Armut by Julia
Armut. Ein Begriff, mit dem die meisten Menschen afrikanische Länder verbinden.
Doch Armut gibt es auch in Deutschland. Viele Menschen in Deutschland leben am Existenzminimum und erhalten Zuschüsse vom Staat. Doch gerade durch diese staatlichen Zuschüsse wird die deutsche Armut nur als relative Armut bezeichnet. Was bedeuten soll, den Menschen fehlt es zwar an materiellen und immateriellen Gütern, dennoch dürfen sie nicht als absolut arm bezeichnet werden, da der Staat ja Unterstützung bietet.
Doch das von den Politikern ausgeklügelte Programm hat einen Fehler. Zwar bekommen arme Menschen in Deutschland staatliche Hilfe, dennoch reicht diese nicht immer zum Leben. Besonders schlimm ist es, wenn man bedenkt, dass Armut auch nicht vor den kleinsten Angehörigen der Gesellschaft halt macht Zu viele Kinder in Deutschland leben unterhalb der Armutsgrenze. Das bedeutet für die Kinder nicht nur hungrig ins Bett gehen müssen, sondern auch soziale Ausgrenzung. So kann ein Kind, das unter der Armutsgrenze lebt, oft nicht an Schulausflügen teilnehmen oder den neuesten Schnickschnack kaufen. Während die wohlsituierten Kinder das neueste Handy oder die neueste Spielkonsole besitzen, besteht das Leben der armen Kinder aus Verzicht. Verzicht beim Essen, beim Privatleben oder auch beim Besitz. Doch Verzicht ist nicht das Einzige, womit sich die Kinder plagen müssen. Zum Verzicht kommt die soziale Ausgrenzung. Trägt das Kind nicht die neueste Marke ist es "uncool" oder "out", auch wenn dies nur die wenigsten zugeben würden. Es kann passieren, dass das Kind auf Grund von fehlendem materiellen Besitz zum Außenseiter wird.
Obwohl das Thema Kinderarmut so präsent ist, so greifbar, verschließen viele Menschen die Augen vor dem Problem - auch die Politik. So sind es gerade bedeutende Politiker, die zu Spenden für Kinder in allen Teilen der Welt aufrufen - nur nicht für Kinder in Deutschland .
Das macht wütend. So sind alle gefragt, das Leid und das Elend der Kinder zu mildern. Nicht nur Politiker sind gefordert, auch Einzelpersonen. Angefangen in dem direkten Umfeld. Es wird Zeit, sich selbst die Frage zu stellen: "Was kann ich tun?" - In meiner Nachbarschaft, Gemeinde oder Stadt. Denn jedes Kind verdient die Chance auf Förderung, Integration und seelisches sowie körperliches Wohlbefinden. Denn das Potenzial und die Stärke eines Landes wird durch den Umgang mit den Kleinsten deutlich.
Aus der 21. Ausgabe vom 29.08.2010
