Das Auswandererhaus Bremerhaven by Nadjen


AuswandererhausBild © Deutsches Auswandererhaus, Foto: Werner Huthmacher

Es passiert irgendwann zwischen dem 18. und dem 20. Jahrhundert. Es ist laut, das Wasser peitscht an den Steg, wo viele Leute stehen. Verängstigte Kinder, eine Frau mit Baby im Arm neben ihrem Mann. Jede Person hat nur einen kleinen Koffer. Alle schauen auf das Wasser, wo sich ein riesiges schwarzes Schiff in den Hafen begibt. Dieses Schiff ist der Weg in ein neues, erwartungsvolles Leben in einem besseren Land.
Die Leute, die hier stehen, haben eine große Entscheidung getroffen. Sie möchten nicht mehr auf dieser Seite der Erde leben, sie wollen die andere entdecken.
"Vom Tellerwäscher zum Millionär", so sagt man es.
Die Menschen wollen die schwere Fahrt über den Atlantik in Kauf nehmen, um in den USA ein besseres Leben zu führen.

AuswandererhausBild © Deutsches Auswandererhaus, Foto: Werner Huthmacher

So bekomme ich es im ersten und zweiten Raum des Museums erzählt. Das Schicksal der Auswanderer kann man hier hören und sehen.
Hier ist man selbst Auswanderin, dazu habe ich eine elektronische Karte bekommen. Mit ihr erfahre ich alles über eine Auswanderin von 1927, denn wenn man diese Karte auf ein bestimmtes Symbol legt, das öfters im Museum auftaucht, beginnt dir ein Erzähler zu berichten, oder du bekommst einen Steckbrief deiner Person. Das, finde ich, ist das, was dieses Museum von anderen unterscheidet. Man läuft nicht an Glaswänden vorbei, nein, man hört, man sieht hautnah, man fühlt, man entdeckt. Vom Register der tausenden von Auswanderern, die im Welthafen Bremerhaven auf die Schiffe gegangen sind, geht es auf eines dieser Passagierschiffe. Ich sehe, wie die Personen schliefen und aßen, bekomme aus deren Tagebücher vorgelesen und vieles mehr.
Danach erfahre ich, wie es war in den USA angekommen zu sein und wie es weiterging. Im letzten Raum kann man selber Nachforschungen zu den Auswanderungen machen und noch weiteres - doch erkundet das Museum, das den "European Museum of the Year Award 2007" gewann, doch selber!
Ich wünsche viel Spaß!

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Aus der 11. Ausgabe vom 13.09.2009