
Ein Tag in Berlin by Nadjen
"Welcome to Berlin Schönefeld", verkündet die Stewardess.
Wir sind nach 45 Minuten Flug gelandet. Berlin ist normalerweise um die 612km von mir entfernt. Aber jetzt ist die Innenstadt nur noch wenige Minuten weit weg. Heute werde ich Berlin unsicher machen!
Der Plan ist: Mit dem Flugzeug nach Berlin, durch Berlin laufen und abends wieder mit dem Flugzeug zurück.
Wir nehmen den Regionalzug. Als ich aus dem Bahnhof am Alexander Platz trete, sehe ich den Berliner Fernsehturm. Wie er sich vor mir, auf der anderen Straßenseite erhebt.
Nach einem ausgiebigen Frühstück beim Bäcker steigen wir in den Berliner Bus, dessen Idee mich begeistert. Ihn kann man als normalen Stadtbus benutzen, oder, wenn man Tourist ist, als Sightseeingbus. Wir gehen die enge Treppe nach oben und haben einen wunderschönen Blick auf alles, woran wir vorbei fahren. Das gefällt mir. Als erstes sehen wir den Berliner Dom. Als wir halten kann ich wunderschöne Fotos schießen.
Der Berliner DomAls nächstes fahren wir an der Staatsoper vorbei.
Weiter geht's vorbei an Berliner Souvenirläden.
Und da entdecke ich auch schon den ersten mittelgroßen Berliner Bär zum Umarmen. Das berühmte Maskottchen von Berlin steht fast überlall mit den schönsten oder schrägsten Bemalungen.
Und dann sehe ich es. Das Brandenburger Tor. Genau die Straße gerade aus, da steht es. Es sieht schön aus. Doch der Bus biegt ab.
Als nächstes sehe ich den Reichstag mit der großen Glaskuppel oben drauf. Und einer langen Menschenschlange vorne dran. Ich stelle außerdem fest, dass Berlin ganz und gar nicht eine Betonwüste ist, wie so manch andere Großstadt. Überall stehen Bäume, die sich herbstlich färben, Büsche und Wiesen neben den Straßen. Das macht mir Berlin doch schon mal sympathisch.
Dann sehe ich das Schloss Bellevue in dem momentan Horst Köhler residiert.
Schloss BellevueDann fährt der Bus in einen großen Kreisel, in dessen Mitte die Siegessäule steht.
Kurz darauf fahren wir am CDU Gebäude vorbei. Außerdem gibt es noch ziemlich viele Botschaften von anderen Ländern, die sich in sehr großen Häusern und Anwesen befinden. Schon fahren wir am Berliner Zoo vorbei. Sein großes Tor mit den Elefanten sieht sehr einladend aus.
Als der Bus hält, kommt eine Durchsage: "Der Bus endet hier, bitte aussteigen."
Also machen wir uns zu Fuß auf den Weg. Als erstes sehen wir die Gedächtniskirche. Sie hat etwas Besonderes. Denn als sie im zweiten Weltkrieg zerstört wurde, wurde sie nicht wieder richtig aufgebaut. Die Spitze fehlt nämlich und es sieht interessant aus, wie der Kirchenturm endet. Nachdem wir längere Zeit gelaufen sind, sehe ich an einer alten Hauswand die Buchstaben "Ka De We".
Wir gehen weiter und betreten das "Kaufhaus des Westens" Es ist riesig! Hier kann man Stunden zum Shoppen verbringen. Von A wie Abendkleidung über D wie Deko oder O wie Obst bis Z wie Zahnpasta findet man da alles. Ganz oben befindet sich ein Restaurant, von dem man über die ganze Stadt blicken kann.
Nachdem wir die Straße überquert haben, entdecken wir eine interessante Skulptur, bei der ich leider nicht herausfinden konnte, was es damit auf sich hat. Irgendwann sind wir auf dem Weg zum Reichstag. Doch bevor wir die Straße überqueren sehe ich eines der berühmten Ampelmännchen. Sie sind etwas ungewohnt, aber lustig.
Bald stehen wir auf einer riesigen Wiese, an deren Ende sich das Gebäude des Reichstages erstreckt.
Der ReichstagLeider ist die Schlange immer noch ziemlich lang, aber ich tröste mich mit den Infos aus dem Info- LKW, der sich an der Seite positioniert hat. Davor befinden sich dünne Scheiben, die kleine Gedenksteine sind, die an vorher herrschende Politiker erinnern sollen. Ein Passant bezeichnete sie aus Versehen als Fahrradständer. Als wir weitergehen sehe ich schon von weitem die Rückseite des Brandenburger Tores. Doch vorher halten mich noch weiße Kreuze, die an einem Zaun befestigt sind, auf. Sie erinnern an Flüchtlinge aus der Zeit mit der Mauer. Die meisten sind bei der Flucht in der Spree ertrunken, oder erschossen worden.
Endlich gehen wir durch das Brandenburger Tor. Es ist ziemlich groß. Auf dem Platz davor wimmelt es von Menschen. Darunter auch Soldaten. Nein, keine richtigen, Menschen, die sich wie solche angezogen haben und Statue stehen. Es ist lustig anzusehen. Eine kleine Traube hat sich vor einem sitzenden, aber lebhaften "Soldaten" gebildet. Er verkauft Karten mit Stempeln, unter anderem vom "Checkpoint Charlie" und vom "Berliner Bär".
Wir gehen an dem berühmtesten Hotel in Berlin vorbei und die Straße entlang.
Auf der anderen Straßenseite sehe ich "Madame Tussauds" mit einer langen Schlange. Wir steigen in den Bus und fahren wieder zurück. Dort besichtigen wir das "Kranzler Eck" mit dem kleinen aber feinem Café Kranzler. Das befindet sich am bekannten "Ku'damm". Weiter geht's. Wir sehen das Kino "Zoo Palast" und auf dem Platz sehe ich Huskys. Die Hunde, die normalerweise in Eis leben. Sie sehen erschöpft aus und einer läuft, soweit es die Leine zulässt, hoffnungsvoll zu einem Jungen, der Pommes in der Hand hält.
Nach einer weiteren Busfahrt geht der Tag langsam seinem Ende zu. Wir schauen uns noch den "Alex" an, auf dem sich noch ein paar Geschäfte sowie Infotafeln über die Vergangenheit von Berlin befinden. Dann gehen wir zum Bahnhof und steigen müde aber glücklich in den Zug zum Flughafen.
Das Flugzeug fährt zur Startbahn. Das war mein Tag in Berlin.
Berlin ist anders, als ich es mir vorgestellt habe, doch es ist auf seine Art wunderschön. Ich finde es toll, dass Berlin so viele Grünflächen hat. Außerdem ist Berlin keine überfüllte und unangenehme Stadt. Ich würde jederzeit wieder hinwollen!
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Aus der 13. Ausgabe vom 07.11.2009