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Das Monopoly-System by Klappacom
Hast du schon einmal Monopoly gespielt?
Mit Sicherheit. Das kapitalistische Brettspiel gehört zu den absoluten Klassikern und ist bereits 1904 entstanden. Damit hat dieses Spiel alle Wirtschafts- und Finanzkrisen des 20. und jetzt auch des 21. Jahrhunderts erlebt. Interessant wird
dies, wenn man bedenkt, dass das Spiel auf einigen Grundsätzen unserer Wirtschaft beruht. Lassen sich etwa Parallelen zur Wirklichkeit ziehen? Vielleicht. Interessant wird es nämlich, wenn sich das Spiel dem Ende zuneigt und erste Spieler pleite zu gehen scheinen...
Im Laufe des Spiels kommt jeder vielfach auf das Los-Feld.
Dadurch bekommt er einen Batzen Geld geschenkt. Ohne dieses regelmäßige Kapital könnte das Spiel nicht funktionieren. Wer gibt das Geld? Die Bank. In der Realität "schenkt" sie dieses Geld freilich nicht. Aber klar wird dennoch die
Rolle der Banken in unserem System: Ohne sie läuft nichts. Ist das Spiel nun weiter fortgeschritten, kristallisiert sich meistens heraus: Es gibt einen oder zwei unglaublich reiche Mitspieler, der Rest ist verarmt, darunter auch meistens die Bank. Damit die Armen nicht gleich aufgeben müssen, bekommen sie Kredite von den Reichen. Die
verdienen daran nur: Die Armen gehen über Los und zahlen etwas Geld zurück. Dafür kommen sie danach auf eine Straße mit Hotels und müssen gleich dreimal so viel Schulden machen. Die Situation scheint beinahe ausweglos. Die Reichen werden immer reicher und die Armen immer ärmer. Dazu kommt noch, dass die Bank nur noch vom Häuserbau finanziert wird, da alle
Straßen zum Ende des Spiels schon verkauft sind. Nun kann es dazu kommen, dass man sich "Erweiterungsspielgeld" aus dem Spielwarenhandel kauft. Die Bank kann den Markt überschwemmen und den Armen Mengen an Geld leihen. Dieses entwertet sich.
Wären jetzt nicht die Mietpreise auf den Besitzrechtkarten festgeschrieben, träte eine handfeste Inflation ein. Und das ist genau das, was bei uns zur Zeit tatsächlich passiert: Damit der Handel weiter funktionieren kann, senken die Zentralbanken ihre Zinsen zur Kreditvergabe: kurz: Die Bank verkauft billiges Geld. In den USA gibt es
sogar einen Kredit bei der Zentralbank mit 0% Zinsen! Korrekterweise muss allerdings gesagt werden, dass wir uns zur Zeit noch nicht in einer Inflation befinden. Laut vieler Finanzwissenschaftlern ist die Gefahr einer Inflation jedoch groß.
Zurück zum Spiel: Der Kreislauf setzt sich fort: Das neue Kapital verschwindet durch die hohen Mieten weiterhin auf den Konten der Reichen. Die Armen verschulden sich weiter. Sie können ihre Schulden nur durch weitere Schulden zurückzahlen. Sie haben keine Chance, da die Reichen über die meisten Grundstücke verfügen.
Letztendes einigt man sich auf einen Gewinner des Spiels und fängt irgendwann eine neue Partie an. Jeder verfügt wieder über die gleichen Chancen. Dies käme in der Realität einer Währungsreform gleich, wie es sie schon in Deutschland 1923 gab...
Aus der 6. Ausgabe vom 08.02.2009.
