Der Teufel macht Witze by EmmaZecka


"Berta! Berta! Hast du die Klapperstorche raus gelassen?", fragte Christian seine Freundin aufgeregt. Sie war im Himmel für die Storche zuständig. Irgendwie mussten ja die Kinder auf die Erde kommen. "Nein! Sie streiken. Ich kann nichts daran ändern!", antwortete Berta. "Was? Wolltest du sie wieder mit mehr Futter für mehr Arbeit ködern?", fragte Christian. "Nein! Ehrlich! Diesmal wollte ich sie wirklich nicht bestechen", antwortete Berta unschuldig. "Und was machen wir jetzt? Gleich findet die alltägliche Visite statt, ob auch alles funktioniert", überlegte sie laut. "Frag mich was leichteres", murmelte Christian. Im Himmel musste alles perfekt laufen. Immer morgens, bevor die erste Fuhre neuer Menschen rein kam, musste geprüft werden, ob auch alles funktionierte. Waren genügend Äpfel an den Bäumen? Gab es genug Essen und zu trinken? Waren alle Mitarbeiter zufrieden und fleißig bei der Arbeit? Wenn auch nur eine Sache nicht funktionierte, möge sie noch so klein sein, konnte das ganze Gleichgewicht ins Wanken geraten.

Plötzlich sah Christian eine Rauchwolke. "Oh nein!", murmelte er, da er schon die nächste Katastrophe kommen sah. Die Rauchwolke wurde immer dichter. Dann hörte er jemanden in der Wolke husten. Berta stöhnte genervt auf. "Das er immer diese großen Auftritte braucht", murmelte sie. Christian hörte ein Fingerschnipsen und die Wolke verpuffte. Zum Vorschein kam ein kleines Männchen, ungefähr einen Meter groß, mit schwarzen Haaren und zwei weißen Hörnern auf dem Kopf. "Na, habt ihr Probleme? Gleich kommt Petrus und kontrolliert alles", grinste er frech. "Teufel, was willst du?", fragte Berta. "Euch helfen. Nichts läge mir mehr daran, als dass es euch gut geht", säuselte der Mann. "Ach, komm! Gib's doch zu! Dir ist es doch nur recht, wenn wir Probleme haben. Vielleicht läuft dann etwas in der Verwaltung schief und du bekommst mehr Leute für deine Hölle. Dir ist es doch nur recht, wenn hier oben Chaos herrscht!", fauchte Berta. "Nein, was ihr immer von mir denkt. Ich wollte euch eigentlich einen Vorschlag machen. Aber wenn ihr ihn nicht hören wollt, kann ich ja wieder gehen. Aber ich glaube, ich nehme mir noch ein paar von den leckeren, roten, saftigen Äpfeln mit", grinste er und ging in Richtung Bäume. Berta und Christian sahen sich kurz an. Mit dem Teufel Geschäfte machen konnte eigentlich nicht gut gehen. Aber hatten sie eine andere Wahl? Sie konnten sich ja zumindest einmal seinen Vorschlag anhören. "Teufel! Warte!", rief Christian. "Ja?", fragte er. Er hatte genau gewusst, dass sie ihn zurückrufen würden. "Was wolltest du uns vorschlagen?", fragte Berta. "Ich will Petrus einen Kompromiss vorschlagen. Aber dazu brauche ich eure Hilfe", begann er. "Und der wäre? Lass dir doch nicht alles aus der Nase ziehen!", rief Berta. "Ich will einen vollen Namen. Alle nennen mich immer nur 'Teufel'. Ich will etwas adliges, etwas tolles. Schließlich hat Gott auch einen tollen Namen", erzählte er. Christian und Berta musterten ihn mit einem erwartungsvollen Blick. "Also mein Wunschname wäre: Scher dich zum Teufel! Das "zum" spiegelt meine adligen Gene wieder." Beide stöhnten auf. Wollte er sie verarschen? Der Teufel flog gackernd davon.

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Aus der 21. Ausgabe vom 29.08.2010