Hortense Ullrich im Interview by Nadjen


Wer kennt sie nicht?
Sie ist bekannt als eine der ersten und witzigsten Autorinnen von "Freche Mädchen, freche Bücher". Auch die "Pepper Sisters" hat sie geschrieben.
"PinkMuffin@BerryBlue" ist eine der bekanntesten Buchreihen von ihr, die zusammen mit Joachim Friedrich entstanden ist.
Ihre Bücher bringen einen immer zum Lachen: Hortense Ullrich.

Hortense Ullrich© Foto: Hortense Ullrich

Und wer sie nicht kennt, lernt sie jetzt kennen und ich hoffe, ihr werdet neugierig auf ihre Bücher.

Ich habe ein Interview mit Hortense Ullrich gemacht und ich muss sagen, sie ist, wie sie schreibt. Denn sie verstellt sich nicht. In ihr spiegeln sich ihre Bücher wider. Hortense Ullrich ist eine der nettesten Autorinnen, die ich kennen gelernt habe. Schmunzelt selbst über ihre Antworten:

Hortense Ullrich, wie würden Sie sich und Ihre Bücher in drei Sätzen beschreiben?

Hortense Ullrich: Hach, dafür brauche ich nicht drei Sätze - ein Wort genügt: Chaotisch.

Was ist Ihr Lebensmotto?

Hortense Ullrich: Generell gilt: "Bin gespannt, was heute wieder Tolles passiert".

Und wenn es was Unerfreuliches ist: "Wer weiß, wofür es gut ist" und "Es könnte schlimmer sein: Es könnte regnen."

Sie sind eine sehr erfolgreiche Autorin. Wie sind Sie zu diesem Ziel gekommen?

Hortense Ullrich: Ich denke, ich hab einfach Glück gehabt. Das richtige Buch zur richtigen Zeit. Und vor allem eine Empfehlung einer ZDF Redakteurin an den Thienemann Verlag, die sagte, sie habe da ein wirklich gutes Konzept von einer Autorin gelesen, das würde sich prima als Buch für Teenager eignen.
Aber vor allem war es tatsächlich Fleiß und "nicht-Aufgeben", auch wenn es eine Menge Absagen gab von Fernsehsendern, Filmproduktionen und Verlagen.

Was sind Ihre weiteren Ziele? Vielleicht, dass eins Ihrer Bücher verfilmt wird und ins Kino kommt, oder doch eher, dass einmal ein Buch von Ihnen einen bedeutenden Preis abräumt?

Hortense Ullrich: Also, die Sache mit dem Preis hat mir mein ehemaliger Thienemann Verleger, Hans Jörg Weitbrecht, mal erklärt. Er sagte: "Wollen Sie Preise, oder erfolgreiche Bücher schreiben?" Provokante Frage, aber ganz lustig formuliert. Offensichtlich scheint sich das auszuschließen. Natürlich kann ich das nicht beeinflussen, aber vor die Wahl gestellt, ist es mir lieber, wenn ganz viele Leute meine Bücher lesen. Ein Preis ist mir nicht so wichtig.

Zum Thema Verfilmung: Ich schreibe Bücher, das macht mir Spaß und damit verdiene ich mein Geld. Natürlich wäre es okay, wenn eins oder mehrere meiner Bücher verfilmt würden - aber erst dann, wenn ich mit der Serie abgeschlossen habe, also keine weiteren Folgen mehr schreiben will. Denn für einen Film muss oft die Handlung und Dramaturgie eines Buches verändert werden, das ist völlig okay und oft sinnvoll, aber das würde dann in den Handlungsablauf, den ich mir für weitere Bücher in dieser Serie ausgedacht habe, eingreifen und das durcheinander bringen, was ich ja eigentlich machen will, nämlich ganz viele Bücher schreiben. Bei den Jojo Büchern z.B. schreibe ich gerade Band 17. 17 Folgen - da bin ich selbst ganz beeindruckt, hätte ich nie gedacht.

Wie sind Sie eigentlich zum Schreiben gekommen? Wurden Sie in der Schule stark gefördert?

Hortense Ullrich: Schreiben hat mir schon immer Spaß gemacht, gefördert wurde ich nicht.
Auch nicht in der Schule. Ich habe als Journalist gearbeitet, dann als Drehbuchautor, aber der "Durchbruch" kam eigentlich erst, als ich vom Thienemann Verlag gebeten wurde, ein Buch für Mädchen zu schreiben. Das war "Hexen küsst man nicht". Und das wurde dann gleich ein Riesenerfolg. Das ist zehn Jahre her und seither schreibe ich ununterbrochen Kinder- und Jugendbücher.

À propos Schule, wie haben Sie Ihre Schulzeit empfunden? Waren Sie gerne in der Schule? Was waren Ihre Lieblingsfächer? Hatten Sie Probleme mit den Lehrern und waren Sie gut in Deutsch?

Hortense Ullrich: Seufz. Die Frage beantworte ich sehr ungern, weil ich ja ehrlich antworten soll, und die Wahrheit ist: Mir hat die Schule keinen Spaß gemacht. Sorry. Trotzdem hab ich mein Abi gemacht und dann studiert. Für alle, denen es ähnlich geht: Unbedingt durchhalten! So ein Schulabschluss (am besten Abi) ist die Eintrittskarte ins Leben, danach kann man die Dinge tun, an denen man wirklich Freude hat.

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Aus der 20. Ausgabe vom 20.06.2010