
"We call it the iPad" by brillenschlange-liam
"We call it the iPad". So stellte der charismatische Appleboss Steve Jobs das von der Apple-Community lang erwartete Tablet vor. Es hat etwa DIN A4-Größe und sieht eher wie ein zu groß geratenes iPhone aus, mit dem man nicht telefonieren kann.
Foto: Courtesy of Apple
Wie Jobs erklärte, gebe es eine Lücke zwischen Notebooks und Smartphones.
Manche Hersteller würden versuchen, diese Lücke durch sogenannte Netbooks (kleine Notebooks) auszufüllen, doch Apple hielte sie für zu minderwertig, weil sie nichts besser können als Notebooks oder Smartphones. Das iPad soll da anders sein. Man soll besser Filme, Fotos und TV-Sendungen gucken und seine E-Mails bequemer abrufen können. Für einen Aufpreis ist ein 3G-Modul dabei, mit dessen Hilfe man mit dem iPad von überall auf das Internet zugreifen kann.
2003 startete Apples große Offensive im Musikmarkt. Mit dem Launch des "iTunes Stores" sprang Apple auf den Siegeszug des mobilen und digitalen Musikmarktes auf, der durch das .mp3-Format entstanden war. Wenig später folgten die iPods, welche den Markt in Amerika nahezu konkurrenzlos dominieren.Und gekoppelt an die iPods soll auch der iTunes Store einen enormen Gewinn verzeichnet haben:
Dieser Tage wird die Marke der 10Mrd. geladenen Songs geknackt.
Diesen Erfolg möchte Apple gerne ausbauen und wiederholen.
Und da sind wir beim nächsten Feature, welches das iPad besser beherrschen soll als Notebooks und Smartphones: Das Anzeigen von Zeitschriften, Büchern und Zeitungen.
Apple versucht mit dem sogenannten "iBook-Store" das Kunststück "iTunes" auf die Print-Branche auszuweiten. Die Kooperation mit der Buch- und Zeitungsbranche sollschon weit fortgeschritten sein.
Geräte, die den Zweck der Darstellung von Texten meiner Meinung nach sogar besser erfüllen gibt es schon, z.B. das Kindle von Amazon. Doch diese haben gegenüber dem iPad den erheblichen Nachteil, dass sie schwarz-weiße Displays haben und außer dem Anzeigen von Texten nur wenig mehr beherrschen.
Das iPad hingegen ist eine komplette Multimedia-Maschine. Man kann sogar Spiele aus dem "AppStore" spielen, wie auf dem iPhone oder dem iPod touch, nur in groß.
Doch wie bei Apple üblich zahlt man auch für den Namen und das moderne Design:
499-829 US-Dollar soll das Vergnügen kosten. Europäische Preise sind noch nicht bekannt.
Zum Vergleich: Amazons Kindle kostet 259 US-Dollar.
Es gab auch massive Kritik am iPad. Vor allem High-Tech-Blogger waren nicht zufrieden.
Ihre Hauptkritikpunkte waren: keine Kamera, kein USB-Anschluss, kein Flash, und kein Multitasking.
Ob das die Zielgruppe interessiert, ist eine andere Frage.
Ende März soll mit dem Verkauf begonnen werden. Dann entscheiden die Kunden, ob Apple mit dem iPad den nächsten großen Wurf gelandet hat, oder ob es ein überflüssiges Lifestyle-Gadget ist.
Aus der 16. Ausgabe vom 21.02.2010