Für ein Jahr in Deutschland - Interview by Klappacom


Jacqui Die siebzehnjährige Jacqui aus Australien ist auf einem einjährigen Auslandsaufenthalt in einer westfälischen Stadt. Ihre Hobbys sind unter anderem Fußball, Backen, Lesen, Autorennen, Filme gucken und Freunde treffen. Ihr größter Wunsch für die Zukunft ist es, eine gute Stelle als Reisejournalistin zu bekommen oder in einer Botschaft zu arbeiten. Außerdem wünscht sie sich zu Weihnachten Schnee in Deutschland.

Hallo Jacqui, was waren die Beweggründe für deinen Auslandsaufenthalt?

Jacqui: Weil ich die Sprache lernen möchte. Ich wollte auch Europa sehen, aber hauptsächlich die Sprache lernen.

Möchtest du denn vielleicht auch später in Deutschland leben?

Jacqui: Vielleicht, mal gucken. Wohl eher nicht für mein ganzes Leben, aber vielleicht schon.

Und wie ist es dann zu dem Austausch gekommen? Konntest du dir selbst aussuchen, wo du landen würdest?

Jacqui: Nein, nein, das lief mit Rotary, meiner Austauschorganisation. Ich hatte fünf Auswahlmöglichkeiten und meine erste war Deutschland.

Nun bist du also hier! Wie unterscheidet sich denn die Kultur hier in Deutschland von der australischen?

Jacqui: (lacht) Also, die Leute in Australien sind offener und so und hier ist man mehr auf sich selbst bezogen, was es nicht so leicht macht, neue Freunde zu finden. Die Schule ist hier auch ganz anders, noch nie in meinem Leben hatte ich Freistunden gehabt wie hier, auch keine Doppelstunden. Wir haben zwar auch dreizehn Jahre Schule, aber das erste Jahr ist im Kindergarten.

Ist denn die Schule leichter oder schwieriger hier?

Jacqui: Hier ist es schwerer. Nun, und die Lehrer sind vielleicht etwas langsamer (lacht). Und hier muss man auch viel selber lernen, zuhause lernen und in Australien macht man eigentlich alles schon in der Schule, sodass man zuhause gar nichts mehr machen braucht.

Ist man da dann auch länger in der Schule?

Jacqui: Wir haben halt auch Nachmittagsunterricht. Wir fangen um halb neun an und sind um vier fertig. Aber dafür haben wir an meiner Schule den ganzen Mittwoch frei.

Was hattest du denn schon für positive oder auch negative Erlebnisse während deines Aufenthaltes?

Jacqui: Nun (lacht), als ich in Australien gesagt habe, dass ich für ein Jahr nach Deutschland gehe, meinten alle, dass es dort so sauber ist und so, aber ich finde, das ist gar nicht so anders als bei uns. Außerdem ist es hier oft so kalt. Aber das kommt wohl nur mir so vor.
Toll ist es, dass hier alles so nah beieinander liegt, dass ich hier ganz Europa sehen kann. Das ist ganz schön.

Wie verstehst du dich mit deiner Gastfamilie?

Jacqui: In meiner neuen Gastfamilie sind alle super. Ich verstehe mich mit allen ganz gut, mit meiner Gastschwester - alles super.

Also hast du schon einmal gewechselt, weil du mit deiner ersten Gastfamilie nicht klar gekommen bist?

Jacqui: Nein, bei Rotary hat man normalerweise drei Gastfamilien, aber sie haben mir gesagt, dass ich nur zwei bekomme.

Hast du selbst das Gefühl, dass du dich persönlich während deines Aufenthaltes verändert hast?

Jacqui: Oh ja, ich bin jetzt ganz anders (lacht). Ich habe jetzt mehr Selbstbewusstsein, ich bin offener zu anderen Leuten. Ich habe nicht mehr so viel Angst und so. Aber wenn ich wieder in Australien bin, wird mich meine Familie noch wiedererkennen.

Vielen Dank für das Interview!

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Aus der 12. Ausgabe vom 11.10.2009