Folge 2 by cutiepie


Wie definiert man einen Singapurer? Einen Einwohner der Republic of Singapore, Republik Singapura, 新加坡共和国 oder சிங்கப்பூர் குடியரசு? Schwer zu sagen, wenn 42 % der Bevölkerung aus Ausländern besteht ...

Chinatown in SingapurChinatown

Singapurs Bevölkerung ist ein Mix aus Chinesen, Malaien, Indern, anderen Asiaten und Kaukasiern. Als Amtssprache gelten darum auch Englisch, Malaiisch, Mandarin und Tamil. Das Besondere an Singapur ist aber, dass sich die verschiedenen Kulturen und Nationalitäten überlappen und vermischen. Die Regierung möchte nicht, dass sich einzelne Bevölkerungsgruppen bilden, die sich von anderen differenzieren. So gibt sie z.B. eine spezielle Prozentzahl vor, wie viele Chinesen, Malaien, Inder, etc. in einer Etage eines HDBs (eine Art Blockwohnung) leben dürfen.
Doch natürlich findet man in Singapur auch Eckchen, in dem eine Kultur vorherrscht. Die besten Beispiele dafür sind ‚Chinatown‘ und ‚Little India‘.

Blumengirlanden in SingapurBlumengirlanden

Sir Stamford Raffles, der britische Gründer Singapurs, reservierte einen Teil der Stadt extra für die vielen, chinesischen Einwanderer. So entwickelte sich ‚Chinatown‘, der Ort, an dem man chinesische Kultur in Singapur erlebt. Die meisten Leute kommen zum Essen oder einkaufen her. Überall findet man kleine Essläden, in denen von Dumplings über Pekingenten und Nudelsuppen alles Mögliche angeboten wird. Zwischen den Restaurants befinden sich viele kleine Läden oder Stände und über die Straßen sind rote Lampions gespannt. Traditionelle Chinesische Medizin ist hier weit verbreitet und mehrere Läden verkaufen Kräuter und Heilmittel. Doch natürlich findet man auch allerlei Glücksbringer, chinesische Tuschezeichen, antike Möbel, Schmuck, Porzellan, Jade und typische Souvenirs. Verhandeln ist hier angesagt.
Zudem gibt es in Chinatown auch allerlei historische Museen oder buddhistische und taoistische Tempel. Auch der älteste Hindutempel Sri Mariamman befindet sich in Chinatown. Dies zeigt, wie sehr sich die Kulturen in Singapur überlappen und wie harmonisch sie zusammenleben.

Hinduistischer Tempel in SingapurGötterfiguren auf einem hinduistischen Tempel in Singapur

Little India liegt nicht weit entfernt. Als Stamford Raffles nach Singapur kam, nahm er mehrere indische Helfer mit, diese siedelten sich in Little India an und wurden bald immer mehr.
Das indische, von vielen Hindutempeln geprägte Viertel wird als eines der buntesten bezeichnet. Blumengirlanden, Gewürze und farbenfrohe Seidensaris werden an jeder Ecke angeboten, auch der Geruch von Essen begleitet einen überallhin. Curries aus Nordindien, scharfen Fisch oder Roti Prata, die Qual der Wahl. Bekannt ist Little India auch für seine Goldverkäufer und das Einkaufszentrum Mustafa, welches billig, jedoch immer voll ist.
Auch die Straßen sind, vor allem abends, stets bevölkert und immer belebt. Besonders an Deepavali, dem hinduistischen Lichterfest, kommt man aus den mit Lichtgirlanden geschmückten Straßen nicht mehr heraus.

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Aus der 20. Ausgabe vom 20.06.2010