Folge 3 by cutiepie


Schwimmbecken wurden renoviert, Stadien erneuert, Tonnen von Fleisch, Fisch, Gemüse und Nudeln angeschafft, Werbung gedruckt und Sportler trainiert. Nun ist es soweit – Die Youth Olympic Games können beginnen.

Die Youth Olympic Games in Singapur

Nach meinem Urlaub in Deutschland bemerkte ich die Veränderungen sofort. In der Ankunftshalle warteten mehrere Jugendliche mit lilafarbenen T-Shirts. Sie waren da, um die Sportler abzuholen. Während der Fahrt nach Hause fiel mir noch etwas Neues auf: Neben den singapuranischen Flaggen für den Nationaltag hingen nun auch welche mit dem Logo der diesjährigen Spiele. Und immer wieder fuhr ein riesiger, lilafarbener Bus mit den Buchstaben „YOG“ auf dem Nummernschild vorbei. Auch die zwei Maskottchen waren auf ihm abgebildet: „Merly“ und „Lyo“. Nur als Bewohner Singapurs kann man die Namen verstehen. Die weibliche Merly stellt das Wahrzeichen Singapurs, den „Merlion“, eine Figur aus einer Legende Singapurs, halb Fisch, halb Löwe, dar. Lyo dagegen ist ein Löwe, auch er stammt aus einer Entstehungslegende; angeblich sah ein König einen Löwen und nannte ihn „Singapura“. Sie beide stellen die olympischen Werte Freundschaft, Respekt und Höchstleistung dar.
Die olympischen Sprüche sind: Blazing the trail und Ouvrir la voie, Merly und Lyo führen den Weg.

Mit Feuerwerken und einer riesigen, spektakulären Eröffnungsfeier an der Marina Bay wird die Jugendolympiade eingeleitet. Es ist nicht nur irgendein sportliches Event, es sind die ersten Olympischen Spiele für Jugendliche überhaupt.
Von dem 14. bis zum 26. August werden um die 3600, 14 – 18-jährigen Sportler aus aller Welt in 26 Sportarten Medaillen gewinnen können. Für jeden ist etwas dabei: Schießen, Segeln, Taekwondo oder moderner Fünfkampf, um nur mal ein paar Beispiele zu nennen.

Am 23. August ist es soweit. Ich bin auf dem Weg zur Toa Payoh Indoor Sportshall. Hier werde ich den Volleyballwettkampf miterleben. Die beiden Teams, Russland und Kongo, sind schon beim Aufwärmtraining. Wir kriegen alle sogenannte "Noise Sticks", aufblasbare Plastikrollen.
Dann geht es los: Am Anfang scheinen beide Teams noch ziemlich gleich, mal führt Kongo, mal Russland, aber zum Ende des ersten Satzes hin, setzen sich die russischen Sportler durch und gewinnen 25:22.
Zwischendurch, in den kleinen Pausen, laufen immer wieder ein paar „YOG-Volunteers“, meist 15-17-jährige Mädchen, mit Bodenwischern aufs Feld und säubern es. Auch nach jedem Kontakt eines Spielers mit dem Boden kommt gleich ein Mädchen angerannt und putzt die Stelle ab.
Der Gewinn hat das Selbstbewusstsein der Russen gestärkt und im dritten Satz ist sicher, wer der Stärkere ist. Russland ist der Sieger dieses Spiels.
Als nächstes sind die weiblichen Mannschaften von Japan und Peru dran. Die Peruanerinnen wirken sehr groß und kräftig, die Japanerinnen dagegen alle einheitlich mit ihren kurzen Haaren und eher schmächtiger.
Doch trotz überlegener Größe und vielen Fans (eine ganze Truppe Peruaner hatte sich mit ihren Flaggen hinter mir angesammelt), wirkten die japanischen Spielerinnen ziemlich gut. Sie waren flinker und gelenkiger. Trotzdem gewann Peru den ersten Satz. Im zweiten Satz war Japan lange in Führung, doch schließlich schafften sie es doch nicht. Der dritte Satz verlief für sie genauso wie für Kongo.

Was war das nur für ein spannender Tag! Im Bishan Stadium knallte die Sonne unbarmherzig auf die Leichtathletiksportler hinab. Anstrengung, Spannung und Medaillen würde dieser Tag mit sich bringen.
Hier fand auch die Preisverleihung für die Leichtathleten schließlich statt, es gab viele Gewinner, auch ein Deutscher erlangte eine Bronzemedaille.

Bis zum 26. können Medaillen noch gewonnen werden. Hoffentlich werden es für alle so schöne und spannende Tage, wie heute.

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Aus der 21. Ausgabe vom 29.08.2010