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Tattoos & Piercings by MarryLain


Sind mit Tinte in die Haut gebrachte Motive oder durch die Haut gestochener Schmuck in Form von Ringen oder Stäben, besser bekannt als Tattoos und Piercings, nur eine Frage des Trends, oder eine Frage der Lebenseinstellung? Warum lassen sich heutzutage eigentlich so viele Jugendliche tättowieren oder piercen, woher kommt diese Mode und ist sie eigentlich gefährlich?

Fragen, mit denen sich eigentlich fast kein Jugendlicher beschäftigt, bevor er zum Tattoo- oder Piercing-Studio rennt. Denn wen interessiert es schon, wie ein Tattoo auf dem Bauch nach einer Schwangerschaft aussieht? Oder wen interessiert es, dass durch Piercings dauerhafte Narben entstehen, Löcher, die nie wieder zuwachsen werden? Hauptsache man hat seinen Spaß an dem kleinen schönen Schmetterling, oder an dem stylischen Brillianten in der Nase. Spaß für ein paar Jahre, bis man zu alt für diesen Schmuck ist, bis man sich an ihm satt gesehen hat, bis er "out" ist, wie das Arschgeweih, das vor ein paar Jahren an Beliebtheit sogar bei den Nicht-Tattoo-Fans kaum übertroffen werden konnte... Jetzt ist dieses Arschgeweih nicht mehr im Trend, deshalb ließen es sich viele entfernen, was man z.B. in einem Laserstudio in Essen machen lassen kann.
Vor dem Studio ließt man Sätze wie: "Sie wollen Ihre Jugendsünden verschwinden lassen? Dann sind sie hier richtig." Billig ist dies allerdings nicht, und vollständig weglasern lassen kann man ein Tattoo auch nicht - Rötungen oder Narben bleiben immer. Man sollte sich also wirklich gründlich überlegen, ob man sein Leben lang einen Stern hinter dem Ohr haben will, oder ob man unbedingt einen Notenschlüssel am Handgelenk zum Überleben braucht... Nur weil es Trend ist, oder weil die Freundin es hat.
Viele Menschen allerdings lassen sich auch aus anderen Gründen tättowieren. Sie wollen so ihre Vergangenheit verarbeiten, eine äußerliche Erinnerung schaffen, mit der man immer an eine Person oder eine Situation erinnert wird... Ob nun aus bestimmten Gründen, oder einfach nur aus Jux, Tattoos können für ein paar Jahre super aussehen und Bewunderung schenken, lassen sich aber nie wieder richtig entfernen.

So sollte man sich nach Alternativen umsehen, z.B. sogenannte Airbrushtattoos, die nach ein paar Wochen wieder verschwinden. Entfernen lassen sich auch die Löcher nicht mehr, die durch Körperschmuck verursacht werden. Auch sie werden von der Mode bestimmt und helfen Grenzen zwischen Gruppierungen der Jugendlichen zu setzen. Woher Piercings ursprünglich kommen, das weiß so gut wie keiner... Denn bereits seit Jahrtausenden werden in zahlreichen Kulturen verschiedene Körperteile durchstochen. Dieses dient ebenfalls der Abgrenzung zwischen verschiedenen Volksstämmen, aber auch der Fortsetzung von Traditionen. So z.B. wird das Ansehen einer Frau im Süden Äthiopiens je nach Größe ihres Piercings in der Lippe, genannt Tellerlippe, beurteilt. Verwundernderweise ist dies auch bei Jugendlichen in Deutschland zu beobachten. Ein Punker bekommt meist mehr Ansehen, wenn er mehrere Ohrpiercings hat oder mehrere Labrets (Piercings in der Lippe).

Alternativen gibt es auch hier: in fast jedem Schmuckgeschäft gibt es Magnetpiercings oder Ringe, die man ausprobieren kann. Bevor man sich ein Piercing oder -tattoo zulegt, sollte man sich also (und nicht nur die Eltern) den Folgen und möglichen Gefahren, die auftreten können bei unqualifizierten Fachkräften oder falscher Nachbehandlung, klar werden.

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Aus der 5. Ausgabe vom 12.01.2009.