Raumfahrt zur Erde(?) by Klappacom


Illustration der Erde© Klappacom

Vor einiger Zeit habe ich eine Dokumentation über die erste Landung der Menschen auf dem Mond gesehen. Es ging fast gar nicht darum, ob die Amerikaner jetzt zuerst da waren oder nicht, sondern man nahm vielmehr an dem Flug selbst teil. Und so war schon allein diese Dokumentation ein ganz großes Erlebnis ...

Die Raumfahrt ist für mich immer wie ein zweischneidiges Schwert gewesen. Einerseits ein großartiges Schauspiel moderner Technologien und die Idee von einem "Raum" außerhalb dieser Erde, aber andererseits eine riesige Ressourcenverschwendung mit wohl noch größeren Gefahren und einem recht ungewissen Ziel. Der Start einer richtigen Rakete, so wie die, die auch in der Doku zum Mond geflogen ist, ist ein Moment, in dem all diese Aspekte enthalten sind. Ein gigantisches Schauspiel, das Ehrfurcht vermittelt. Es wird die komprimierte Energie in der Rakete bewusst und doch hat man auch Angst, alles könne im nächsten Moment explodieren.
Der Mensch hat es geschafft, seinen Heimatplaneten zu verlassen. Das übrigens schon vor einem halben Jahrhundert.
Heute schickt man - außer zur ISS - vor allem Roboter. Hoffentlich ändert sich das wieder. Denn mit dem Verlassen des Planeten ist eine ganz große Erkenntnis verbunden, die man vielleicht erst dann wirklich verstehen kann ...

Vielleicht muss der Mensch erst so viel Energie wie beim Raketenstart aufwenden, um zu erkennen, dass das eigentliche Wunder an der Raumfahrt die Erde ist.

Die Idee, die auch hinter der Raumfahrt steckt und die in zahlreichen Science-Fictions vorkommt, die Erde zu verlassen, erscheint mir beinahe verrückt. Es ist klar, dass wir es irgendwann müssen - wenn die Sonne explodiert (ja, das soll wirklich irgendwann passieren) zum Beispiel - oder wenn die Ressourcen der Erde irgendwann ausgebeutet sind (wie in dem neuen Kinofilm "Avatar"). Aber doch ist unser "Menschsein" einfach zu stark mit der Erde verknüpft. Wie sollen wir leben, wenn es kein Rom, Tokio und New York mehr gibt? Keinen Atlantik, keine Alpen, keine Idylle? Keine Tiere und Pflanzen? Die Erde bestimmt fast unser ganzes Sein. Und so kann man von der Raumfahrt etwas lernen: Wir müssen dafür sorgen, dass der Zeitpunkt, die Erde verlassen zu müssen, so weit wie möglich nach hinten verschoben wird. Und das geht nur, wenn wir die Verantwortung für unsere Erde erkennen und wahrnehmen.
Wirklich keine neue Erkenntnis, aber eine, die gerade durch das "Erlebnis Raumfahrt" Gewicht bekommt. Ich sage nur: 42*.

*siehe: Adams, Douglas: Per Anhalter durch die Galaxis

»Einen Kommentar schreiben


Aus der 15. Ausgabe vom 24.01.2010