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Venedig by Sandimausi

An allen Ecken und Enden sieht man ihn: den geflügelten Löwen. Er ist der Herrscher über alles und hat ein Auge über meine Lieblingsstadt: Venedig.
Schon als Kind war ich von der Stadt, die ich nur aus unzähligen Büchern kannte, begeistert. Ich konnte jedes Mal den salzigfischigen Geruch der Meerluft riechen, wenn ich Cornelia Funkes Herr der Diebe auspackte und sah mich fast selbst durch die Stadt wandern. Letztes Jahr war ich, nachdem ich ungefähr 3 Jahre gebettelt hatte, endlich das erste Mal dort. Ich wurde nicht im Geringsten enttäuscht.
Für alle, die noch nie in Venedig waren: ihr müsst da hin! Unbedingt! Allein wenn ich an die kleinen Gässchen, die Brückchen und die kleinen Cafes dort denke hab ich schon ein Grinsen im Gesicht. Diese Stadt hat so eine Ruhe und ich denke es ist dort noch genauso wie es vor hundert Jahren war.
Besonders in den kleinen Stadtteilen, in die keine Touristen kommen, hängt die Wäsche immer noch zwischen zwei
Häusern gespannt auf einer Schnur, darunter ein kleiner Kanal und vor jedem Hauseingang ein kleiner Steg, an dem ein Boot hängt und sachte im Wasser auf und ab tänzelt. Alles erfüllt einen mit dieser
Ruhe. Die Tauben, die man überall findet und die so zutraulich sind wie Katzen. Die Gassen, die gerade mal so breit sind, dass man sich durchschlängeln kann.
Der Markt, an dem alles verkauft wird, was man so braucht und auf dem alte, italienische, dicke Marktfrauen mit buntgemusterten Kleidern stehen und auf Italienisch irgendwelche Sachen anpreisen.
Das alles muss man einfach lieben. Diese Ruhe, die jeder in dieser Stadt hat, weil hier alles Beständigkeit hat, man muss keine Angst haben, dass sich
plötzlich etwas verändert, denn hier hat man das Gefühl, dass für immer alles so sein wird, wie es jetzt ist.
Ich träume davon irgendwann, wenn ich vielleicht mal vom Schreiben leben kann, mir eine kleine Dachwohnung in einem der ruhigeren Teilen Venedigs zu kaufen, mit einem kleinen Balkon, auf dem ein alter schmiedeeisener Tisch steht und ein Sessel und auf dem viele bunte Blumen blühen. Dort werde ich dann irgendwann mal sitzen, meinen Laptop auf meinen alten klapprigen, aber
wunderschönen Tisch gestellt und ich sehe hinunter auf einen kleinen Kanal, auf dem ab und an ein kleines Boot vorbei schippert. Und da werde ich sitzen und schreiben und alles in der Welt rund um mich vergessen.
Manchmal, wenn ich vor dem Computer sitze und die Bilder ansehe, die ich in Venedig gemacht habe, glaube ich wirklich, dass dieser Traum in Erfüllung gehen wird
und ich in Italienisch mit den Menschen dort reden werde. Seit diesem Jahr lerne ich tatsächlich Italienisch und ich habe noch viel zu lernen, aber immer wenn ich einen neuen Satz in dieser Sprache lerne, habe ich das Gefühl ein kleines Stück näher an diesen Traum heran zu kommen. Und irgendwann, in ferner ferner Zukunft wird er vielleicht mal Wirklichkeit. Und wenn nicht, es gibt ja auch noch die Ferien, in denen ich meine Lieblingsstadt besuchen kann...
Bilder by Sandimausi
Aus der 7. Ausgabe vom 22.03.2009.
